Where The River Goes

Clemens Panagl, Salzburger Nachrichten, November 2018

„Auf Tour ist der Gitarrist mit (bis auf Bassist Grenadier) veränderter Besetzung unterwegs. Die Sogwirkung erzeugt da in Salzburg Jeff Ballard mit fokussierter Rhythmus-Arbeit. Feine harmonische Wirbel bringt Pianist Colin Vallon ins Spiel, für den langen, melodischen Atem ist Trompeter Matthieu Michel zuständig. Im Zusammenspiel mit den frei fließenden Gitarrenlinien des Bandleaders kann das nicht nur lyrisch-traumwandlerisch klingen, wie im Song „Descendants“ vom neuen Album, sondern auch durchaus überschäumend wie im temporeichen „Ride“, in dem das Quintett mitreißende Qualiäteten entfacht.“

Where The River Goes

Christoph Irrgeher, Wiener Zeitung, November 2018

„Das Aufgebot seiner aktuellen CD „Where The River Goes“ darf als Supergroup gelten: Neben Tasten-Feinspitz Brad Mehldau und dessen Leibbassist Larry Grenadier geben Schlagzeugwunder Eric Harland und Trompeter Ambrose Akinmusire laut. Wobei „laut“ ein verfehlter Begriff ist, denn Muthspiel pflegt einen leisen, ziselierten und somit maßgeschneiderten Kammerjazz für den Herausgeber ECM. Diese Poesie stellt sich auch in veränderter Besetzung ein, wie am Donnerstag live im Konzerthaus zu hören. […] Meist aber vermählen sich hier delikate Harmoniefolgen mit einem federnden Puls, den Jeff Ballard vor allem am Ride-Becken beisteuert. Und mit dem Titelstück setzt es sogar eine handfeste, hoffnungsfrohe Hymne, die Trompeter Matthieu Michel auf einen Energiepegel jenseits der Studio-Aufnahme steigert – Applaus.“

Where The River Goes

Peter Rüedi, Weltwoche, Oktober 2018

“Aber den Titel seiner CD (und des ersten Stücks wählte Muthspiel, ein großer Synästhet, mit Bedacht, wie schon den der ersten Scheibe seines Quintetts für ECM („Rising Grace“). „Where The River Goes“ ist als Metapher für die eindringliche Poesie seines musikalischen Verfahrens besonders treffend: weil das Bild eines (unkorrigierten) Flusslaufs zum einen das Natürlich-Organisch dieser höchst kunstvollen Musik assoziiert, zum anderen aber auch ihre Offenheit: die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Spielen. Muthspiels Combo ist icht weniger als eine All-Star-Truppe, in der allerdings alle sich nicht mehr ins Schweinwerferlicht zu spielen brauchen […].“

Where The River Goes

Steve Futterman, Qwest TV, October 2018

“Muthspiel, who is fully matured as a player, fits in perfectly with these first class musicians; the band itself jells as if it had been together for a long time. The weave of guitar and horn bursts with character, Mehldau, one of the most celebrated pianists of his generation is always accommodating, and the Grenadier-Harland hookup is a dream. And while Muthspiel is best known as a distinctive electric guitarist, he dots this captivating album with examples of his equally fine acoustic playing.”

Where The River Goes

Steph Cosme, Staccatofy, October 2018

“Muthspiel composed all but two of the eight tunes on the date. The music is largely atmospheric and grows organically from the band’s listening ability and interaction skills. As a result, each player has room to delve into their own expression within Muthspiel’s musical context. This is jazz that is deep in both its history, listening and performance. For these reasons, Where The River Goes is not to be missed. That’s the short of it!”

Rising Grace, NRW

Intimes Interplay von fünf melomanen Musikern
Text: Heinrch Brinkmöller-Becker

Ein aktuelles Album, das stark an Ralph Towner oder Pat Metheny oder Jim Hall im Zusammenspiel mit Kenny Wheeler erinnert, überrascht insofern, als dieses nach déjà entendu, bestimmt nicht nach Innovation klingt – aber das gerade bei ECM erschienene Album Rising Grace klingt trotzdem verdammt gut. Dies mag daran liegen, dass der österreichische Gitarrist Wolfgang Muthspiel mit seinen „angestammten“ Rhythmikern Larry Grenadier am Kontrabass und Brian Blade am Schlagzeug zusätzlich zwei ebenfalls herausragende Musiker ins Quintett-Boot holt: keinen Geringeren als Brad Mehldau am Piano und den umwerfenden jungen Trompeter Ambrose Akinmusire.