Rolling Stone Germany

Interessante Band, die der elegant erfindungsreiche österreichische Gitarrist hier um sich schart. Mit Brad Mehltau am Klavier hat er den derzeit größten Klavierstar und mit Ambrose Akinmusire an der Trompete einen der strahlendsten Jungen mit dabei – beide unterstreichen nachdrücklich, warum das so ist. Und beide sind übrigens keine ECM-Musiker. Ein bisschen geschmäcklerisch liegen die Dinge schon. Dies jedoch auf einnehmende, warme und auch kluge Weise und gewohnt vom ECM-Chef Manfred Eicher selbst produziert. Man hat sich hörbar wohlgefühlt, so leicht geht den Künstlern das Zusammenspiel von der Hand, so beiläufig lässig geraten sie ins Silieren – meist schieben sie sich eher Parts zu, korrespondieren, führen weiter. Sehr melodisch, aber elegant und flüssig sind die Tracks mit den coolen, offenen Grovves mir die liebsten.

Jazz Breakfast

Full marks to the guitarist for his choice of band members. He leads Ambrose Akinmusire, Brad Mehldau on piano, Larry Grenadier on bass and Brian Blade on drums. Not you would have very high expectations with such a line-up. And you won’t be disappointed.

The opening title track gives you all you need: Muthspiel using an acoustic, near-classical sound, Akinmusire gently enunciating the theme which epitomises its title with Mehldau shimmering beneath, Grenadier framing the structure and Bald doing a beautiful job of decorating the beat.

Rising Grace, NDR Info

Gipfeltreffen der Feingeister: Rising Grace von Wolfgang Muthspiel
By Sarah Seidel

Wenn man als europäischer Jazzmusiker vier Stars der aktuellen amerikanischen Jazz-Szene ins Studio einlädt, um mit ihnen ein gemeinsames Album aufzunehmen, dann muss man gut vernetzt sein und was drauf haben. So wie der österreichische Gitarrist Wolfgang Muthspiel. Für sein neues Album „Rising Grace“ konnte der 51-Jährige zum einen den Piano-Lyriker Brad Mehldau und den Bassisten Larry Grenadier und zum anderen den Schlagzeuger Brian Blade gewinnen, der mit seiner Dynamik und Kreativität in Muthspiels Projekten schon seit vielen Jahren eine bedeutsame Rolle spielt. Dann wäre da noch der Trompeter Ambrose Akinmusire, dem es gelingt, in seinem Sound so etwas wie kühle Hitze zu entfachen. „Rising Grace“ – das ist der Titel dieses akustischen Juwels, auf dem filigrane und melancholisch-träumerische Motive ins Fließen geraten und die musikalische Anmut stetig wachsen lassen.

Rising Grace, The Times

Four fifths of the band on this record are American and it shows. The ECM label may be increasingly saturnine but this is one of its most robustly swinging releases in a while. The leader, the Austrian guitarist Wolfgang Muthspiel, may not be familiar to many. After a strong start in the US in the Nineties, he returned to Vienna to record on his own imprint. Yet with his warm tone fleet finger work and quicksilver response, he is too good for local obscurity- This beguiling return to the limelight is sure to draw new listeners.

Rising Grace, Br Klassik

CD – Wolfgang Muthspiel „Rising Grace“
By Roland Spiegel

Musik, die sich Zeit nimmt. Die nicht mit der Tür ins Haus fällt. Denn sie hat eine Schönheit und Stilsicherheit, die man trotzdem sofort spürt. Sound mit Luft. Und mit Seele. In einer Instrumenten-Mischung, die ganz fein ineinander greift. Und mit Melodien, die auf zarte Art gefangen nehmen.

Der österreichische Gitarrist Wolfgang Muthspiel hat mit seiner neuen Band eine Traumbesetzung verwirklicht. Der großartige Trompeter Ambrose Akinmusire ist ein internationaler Rising Star der vergangenen Jahre. Pianist Brad Mehldau, einer der ganz großen namen dieser Zeit, stand schon lange auf Muthspiels Wunschliste. Mit Bassist Larry Grenadier und Schlagzeuger Brian Blade, seit etwa zwei Jahrzehnten ebenfalls erstrangige amerikanische Jazzer, wiederum arbeitet Muthspiel seit Jahren intensiv zusammen.

Rising Grace, MDR Kultur

Wolfgang Muthspiel hat sich für „Rising Grace“ eine Band zusammengestellt, in der prominente Stimmen akzentuiert aber organisch zusammenfließen. Alte Freunde wie Drummer Brian Blade und Bassist Larry Grenadier treffen auf Brad Mehldau (am Klavier) und Ambrose Akinmusire an der Trompete. Das Quintett bringt die Improvisationen, jeder auf seine Weise, auf den Punkt, orientiert sich an einfachen Melodien und sprüht dennoch vor Experimentierwillen. Dabei lassen die fünf sich nicht aus den Augen. Ping-pong-artig spielen sie sich die Bälle aus den Soli in die Begleitung und wieder zurück. Der junge Akinmusire hat schon mit Anfang 20 den Thelonious Monk Preis gewonnen und kann mit Muthspiels Kompositionen zeigen, warum. Es ist ein Fest zu hören, wie sich derart charismatische Musiker untereinander verstehen können. Da ist eine Menge Erfahrung und ein guter Riecher für Besetzung zu spüren, hat Muthspiel doch schon in der Band von Gary Burton Pat Metheny ersetzt und mit Größen wie Dave Liebman, Maria João und Rebekka Bakken gearbeitet.